5 Tipps, wie du im Grossunternehmen deine Content-Marketing-Idee zum Fliegen kriegst

Grosse Unternehmen gelten nicht immer als sehr agil – neue Ideen haben häufig einen schweren Stand. Erfolgreiches Content-Marketing lebt aber davon, sich ständig neu zu erfinden. Was braucht es also, um innovative Kampagnen zu realisieren? Am Content Production Day vom 1. November haben wir diese Frage mit 9 Kommunikationsprofis diskutiert. Einer davon hat uns sein Rezept aufgeschrieben: eine Idee, viel Kaffee und etwas Guerilla-Taktik.

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von Oliver Lutz, Online-Chanel-Manager bei UPC. Dort hat er mit eSports.ch eine Content-Marketing-Kampagne mitentwickelt und umgesetzt.
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Zugegeben: Als UPC-Neuling ass ich in den ersten Monaten das harte Brot der Corporate Culture. Während ich bei meinem letzten Arbeitgeber direkt zum Geschäftsführer lief, mussten jetzt Powerpoint-Slides erstellt und Stakeholder in unzähligen Meetings abgeholt werden. Da allerdings ausser bunten Folien wenig Zählbares resultierte, änderte ich die Taktik. Mit Erfolg: Vor wenigen Wochen konnten wir eSports.ch – einen Content Hub zum kompetitiven Gamen – lancieren. Wie also seine Ideen durchbringen, wenn man nicht gerade bei einem kreativen Startup arbeitet oder direkt zum Geschäftsleiter ins Büro laufen kann? Meine fünf Tipps.

Rückblick auf den Content Production Day vom 1. November 2016 (Bild: tinkla)

Rückblick auf den Content Production Day vom 1. November 2016 (Bild: tinkla)

1. Schaff dir Raum für Ideen

Damit du dein Vorhaben umsetzen kannst, brauchst du zunächst genau das: ein Vorhaben. Was logisch klingt, ist im Berufsalltag eine Herausforderung. Schliesslich bleibt zwischen Aufgabenlisten und Projekt-Updates kaum Raum für kreative Gedanken und neue Ideen. Oder doch? Prüfe deine Tagesroutine und streiche Aufgaben, die viel Aufwand bedeuten, aber kaum Resultate bringen. Das freut übrigens auch deine Chefs. Beispiel gefällig? Ich habe monatelang wöchentlich einen Social Report aufbereitet und verschickt. Reaktionen darauf gab es kaum. Meine Umfrage, ob der Report noch gewünscht wird, beantwortete weniger als ein Drittel aller Empfänger. Ab diesem Moment gab es den Report nicht mehr. Für die Stakeholder bedeutet das ein kleines Licht am Ende des Mailflut-Tunnels. Und ich habe mehr Zeit für anderes.

2. Finde einen Sponsor

Du brauchst zum Start nicht das ganze Unternehmen im Rücken. Ein Sponsor auf Management-Ebene ist aber unabdingbar. Er oder sie vertritt deine Themen in Meetings der Geschäftsleitung und ist erste Anlaufstelle bei Budgetfragen. An dieser Stelle Merci an Tom für den Support.

3. Mach einfach mal

Klar, eine coole Content-Marketing-Kampagne kannst und sollst du nicht ohne Abstimmung (und vor allem Budget) entwickeln – sie anreissen aber schon. Eine Prise politische Unkorrektheit schadet dabei nicht. Denn so kriegst du deutlich mehr Aufmerksamkeit als mit einer netten Präsentation.

4. Trink Kaffee und schmiede Allianzen – repeat

Kaffee trinken die meisten Büromenschen gerne. Es lohnt sich, das nicht nur alleine oder mit dem direkten Arbeitsumfeld zu tun. Präsentiere deine Vorhaben Mitarbeitenden aus anderen Abteilungen und finde Ansätze, damit beide Seiten von einer allfälligen Zusammenarbeit profitieren können. Falls du Kaffee nicht magst, tut es auch der Lunch oder das Feierabend-Bier. Entscheidend ist der unkomplizierte Rahmen ohne Meetingraum und 100-seitige Präsentation. Jeder gewonnene Partner ist ein Multiplikator, der deine Idee weiterträgt. Und plötzlich arbeiten mehrere Abteilungen an deinem Projekt.

5. Tue Cooles und rede darüber

Hast Du eine Infografik produziert oder tolle Feedbacks über Twitter erhalten? Behalte die Resultate deiner Erfolge nicht für dich, sondern teile sie on- und offline. Per Mail, über den Slack-Teamchannel, beim Kaffee (hatten wir doch schon ;-)) oder über die unternehmenseigene Ideenplattform. Das hat nichts mit Anbiedern zu tun. Der Mensch ist ein interessiertes Wesen und reagiert auf ansprechende Inhalte. Und natürlich: Im Idealfall trägt er sie weiter. Und plötzlich wird dein Vorhaben zum Thema im gesamten Unternehmen. So viel Platz für Hintergedanken darf sein.

Und was hat dabei rausgeschaut?

eSports.ch wurde im Oktober 2016 lanciert. Intern kommunizieren wir weiter: Wir haben eSports.ch bei unserer internen Ideenplattform eingereicht. Das Resultat: Wir wurden an den Techsummit von Liberty Global nach Amsterdam eingeladen und erhalten dort den «Innovator of the year-Award» überreicht. Das wiederum stellt intern die wichtigste Währung dar: Unser Projekt hat die Aufmerksamkeit des Mutterkonzerns erhalten.

tl;dr

Um gute Content Marketing-Kampagnen zu lancieren und sich intern Gehör zu verschaffen, braucht es in Grossunternehmen viel Durchhaltevermögen und unkonventionelle Methoden.

Wenn du 2017 an einem Content Production Day teilnehmen möchtest: Hier findest du alle Informationen – wir freuen uns auf dich.

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