Bilder: Lasst uns Emotionen nutzen, um Geschichten zu erzählen

«Ein Bild sagt mehr als tausend Worte»: Das menschliche Auge ist in der Lage, 24 Bilder pro Sekunde zu erfassen. Das sind 1440 Bilder in einer Minute und 86’400 Bilder in einer Stunde. Einige Gedanken zur Bedeutung von bildorientierten Plattformen im Internet.

Making-of vom Fotoshooting

Bild: Karin Friedli

Also los, füllen wir das Internet mit Bildern. Oh, Moment, das tun wir ja bereits. An jedem einzelnen Tag des vergangenen Jahres wurden rund 1.8 Milliarden Fotos auf sozialen Netzwerken und Apps wie Facebook, Instagram und Snapchat verbreitet (diese Schätzung stammt aus einer Studie von Kleiner Perkins Caufield & Byers). 

Bilder wirken sofort

Braucht es da das einzelne Bild einer Person aus einem Unternehmen? Mir persönlich fällt es sehr viel leichter, ein Foto auf Instagram zu teilen und damit einen Teil meiner Geschichte zu erzählen, als 1000 Worte zu schreiben. Ob ich dafür Likes bekomme, Fans finde, einen Dialog starten kann, ist in diesem Moment nicht zentral. Zugegeben freue auch ich mich über jeden Like, Follower und Kommentar – das schmeichelt mir. Aber es ist nicht der wesentliche Punkt.

Sterilität erzählt nichts

Aus Unternehmenssicht sieht das verständlicherweise ein bisschen anderes aus. Entscheide ich mich, einen Kanal mit Bildern zu bespielen, muss sich dies rechnen. Sei es durch Likes, Fans/Follower, Downloads, Leads oder zu Brandingzwecken. Was bedeutet das? Die Anforderungen an das Bildmaterial sind hoch – das althergebrachte Katalogmaterial reicht nicht länger aus.

Viele Firmen präsentieren sich und ihre Produkte auch heute noch mit emotionslosen Bildern: Fotos, die lediglich das Produkt abbilden, den makellosen Mitarbeiter vor der weissen Bürowand oder das sauber aufgeräumte Sitzungszimmer – allenfalls mit einem sorgfältig inszenierten Meeting. Natürlich, es ist alles drauf, was im Briefing stand. Was dem Material leider häufig fehlt, ist das Leben, der Witz, die Persönlichkeit.

Die Chancen nutzen

Plattformen wie Instagram und Pinterest lassen uns den Umgang mit Bildern im Business-Kontext überdenken. Wie gross ist die Chance, dass ich als Teil einer Zielgruppe etwas emotionsloses liken, teilen oder gar bei mir pinnen mag? Bin ich nicht viel mehr auf der Suche nach Inspiration und positiven Emotionen, die mich mit einem Bild einer Situation verbinden? Oder würde ich gar ein Foto von einer Website ausdrucken und in mein Moodboard kleben? Ja, wenn es mich anspricht und inspiriert.

Für jeden, der sich über den Unternehmenseinsatz von bildorientierten Plattformen Gedanken macht, sollte das eine Leitfrage sein. Denn Ressourcen sind immer zu knapp, um mit schlechtem Material nichts zu erreichen.

 

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