E-Mail-Kurs «Online-Texte verfassen» Gesamt-Curriculum

Hier findest du alle Inhalte unseres E-Mail-Kurses «Online-Texte verfassen». Wenn du den Kurs via E-Mail absolvieren möchtest, kannst du dich hier kostenlos anmelden.

Inhalt

Lektion 1: Eine gute Grundlage – die Disposition
Lektion 2: Für Leserinnen und Leser schreiben
Lektion 3: Das Thema eingrenzen
Lektion 4: Gehirn und Google – Inhalte aufschreiben
Lektion 5: Abschnitte festlegen und dem Text Struktur geben
Lektion 6: Rohtexte verfassen
Lektion 7: Die Rohtexte redigieren
Lektion 8: Bilder, Links und Korrektorat


 

Lektion 1: Eine gute Grundlage – die Disposition

Mit dem Schreiben zu beginnen ist einer der häufigsten Fehler beim Schreiben von Online-Texten. Mit etwas Vorarbeit sparst du dir viel Frustration.

Für die Vorbereitung hilft eine Artikeldisposition. Du notierst darin die wichtigsten Aspekte des geplanten Artikels:

  • Themenbereich: Entweder gibt dir ein Auftraggeber ein Thema an, oder du wählst dir selber eines. Das kann aus dem beruflichen oder privaten Bereich sein, etwa der Themenbereich «Schneeschuhwandern».
  • Anzahl Zeichen; entweder mit oder ohne Leerzeichen. Verwendest du Bilder, führt dies zu entsprechend weniger Zeichen.
  • Abgabe- bzw. der Publikationstermin.

Für unsere Zwecke ergänzen wir die Disposition um einige wichtige Punkte:

  1. Das Thema: Wie lautet das konkrete Thema bzw. welchen Aspekt des oben erwähnten Themenbereiches willst du beschreiben?
  2. Leserinnen und Leser: Wer soll deinen Artikel lesen?
  3. Leitfragen: Welche Fragen willst du in deinem Artikel beantworten?

In den nächsten Lektionen beginnst du damit, die Antworten dafür zu suchen. Für deine Arbeit stellen wir dir hier ein Arbeitsblatt (PDF-Format) zur Verfügung.

Das Arbeitsblatt kannst du am besten im A3-Format nutzen, A4 funktioniert aber auch.
Deine Aufgaben

Deine Aufgaben

  1. Besorge dir hier das Arbeitsblatt für den restlichen Teil des Kurses.
  2. Entscheide dich für einen groben Themenbereich, aus dem du dann dein Thema auswählen wirst.

 

Lektion 2: Für Leserinnen und Leser schreiben

Genau zu wissen, für wen man schreibt, erleichtert die Arbeit enorm.

Um für deine Leserschaft zu schreiben, musst du ein Bild von ihr haben. Angeblich gibt es Schriftsteller, die sich ein Bild ihrer Grossmutter auf das Pult stellen. Du schreibst besser, wenn du einen typischen Leser oder eine typische Leserin vor Augen hast. Das kann ein Bekannter sein, eine Kundin oder ein Kollege aus dem Büro. Für unsere Zwecke hilft es, wenn es eine echte Person ist, jemanden, den du kennst.

Deine Aufgaben

  • Setze in die Disposition einen oder zwei Namen von Personen, die du kennst und die sich für deinen Artikel interessieren könnten.
  • Schreib zwei oder drei Stichworte zu jeder Person und ihrer Beziehung zu deinem Thema. Zum Beispiel: «Patrizia ist begeisterte Schneeschuhwanderin und Mutter von drei Kindern. Im nächsten Winter würde sie ihre Kleinen gerne mitnehmen.»

 

Lektion 3: Das Thema eingrenzen

Leitfragen helfen dir, dein Thema einzugrenzen und einen Artikel zu schreiben, der konkrete Fragen beantwortet und deinen Lesern und Leserinnen weiter hilft.

Leitfragen fassen in zwei oder drei Sätzen zusammen, um was es in deinem Artikel geht. Der Journalist Henri Nannen nannte dies den «Küchenruf» – so knapp und konzis, dass die Hauptaussage deines Textes zwischen Tür und Angel verständlich ist.

Wir nehmen die Bilder deiner Leser zu Hilfe: Welche Aspekte interessieren diese Leute besonders am Thema? Welche Antworten helfen ihnen weiter? Welche Fragen hast du vielleicht selbst schon von ihnen gehört?

Zum Beispiel die Schneeschuhwanderin Patrizia: Was muss sie alles wissen, wenn sie mit Kindern schneeschuhlaufen möchte? Vielleicht Ideen zur Ausrüstung oder zu kinderfreundlichen Routen, oder Angaben über Websites mit entsprechenden Infos. Frau Müller, die Marketingleiterin, möchte sich vielleicht einen ersten Überblick verschaffen, und von anderen Firmen erfahren, was diese mit Social Media machen.

Die Antworten helfen dir, den Themenbereich auf eine Artikelidee abzuspecken. Der Themenbereich ist meist zu gross, um ihn in einem Artikel zu beschreiben. Konzentriere dich auf definierte Fragen. Das nützt allen: Du weisst, was du schreiben musst und deine Leser wissen, was sie von dir erwarten können.

Deine Aufgaben

Notiere dir in der Disposition Fragen und Teilaspekte deines Themenbereichs, die deine Leser interessieren können. Dabei kann es durchaus sein, dass du auf mehr Fragen kommst, als ein Artikel abdecken kann. Sehr prima: Du hast damit bereits die Ideen für die nächsten Artikel.


 

Lektion 4: Gehirn und Google – Inhalte aufschreiben

Du hast Leitfragen definiert und sehr wahrscheinlich den Kopf voll mit Informationen dazu. In diesem Schritt bringen wir dieses Wissen zu Papier und ergänzen sie bei Bedarf.

Leere dein Gehirn
Bei diesem «Brain Dump» schreibst du alles auf, was dir zum Thema einfällt: ohne Struktur, ohne Gewichtung, ohne Reihenfolge. Du kannst das in Form von Stichworten machen, oder du erstellst ein Mindmap dazu. Nimm dir mindestens 10 Minuten Zeit. Selbst wenn dein Gehirn in diesen 10 Minuten mal Pause macht – du schreibst weiter, ohne gross nachzudenken.

Während dieses Brain Dumps fallen dir allenfalls auch Fragen ein, Dinge, die du nicht weisst, oder Material, das dir fehlt. Schreib diese Punkte auf.

Google den Rest
Die offenen Punkte, die du dir notiert hast, gilt es nun zu recherchieren. Dafür bieten sich Google, Lexika, Bibliotheken oder Archive an. Achte bei Webrecherchen darauf, was andere zu deinem Thema schreiben. Du findest so Experten und Expertinnen, Artikel zum Verlinken oder Ideen für eigene Beiträge. Ausserdem verschaffst du dir einen Überblick, was schon alles über das Thema geschrieben wurde – und was du allenfalls besser machen könntest.

Deine Aufgaben

  • Nimm ein Blatt Papier und leere dein Gehirn.
  • Starte deine Recherche bei Google, in der Bibliothek oder in deinem Zeitschriften-Stapel.

 

Lektion 5: Abschnitte festlegen und dem Text Struktur geben

Vor dir liegt nun eine lange Liste oder ein grosses Mindmap mit Stichworten und Gedanken. Nun beginnen wir mit sortieren und aussieben.

Geh deine Liste durch und gruppiere die Stichwörter: Was gehört zusammen? Bei unserem Schneeschuh-Artikel könnte das eine Gruppe «Ausrüstung für Kinder» ergeben, eine zweite Gruppe «Routentipps» und so weiter. Streiche Stichwörter und Gedanken, die zwar zu dem Themenbereich gehören, aber nicht notwendig sind, um deine Leitfragen zu beantworten. Was du weglässt, ist für den Erfolg deines Artikels fast so wichtig wie das, was du schreibst.

Wenn du damit durch bist, hast du zwei oder drei oder mehrere Gruppen von Stichwörtern vor dir. Prüfe, ob du damit alle Aspekte deiner Leitfragen beantwortest – oder fehlt noch etwas?

Die fertigen Stichwort-Gruppen werden die Abschnitte deines Artikels sein. Achte darauf, dass ein Abschnitt einen Gedanken behandelt. Falls verschiedene Aspekte in deinen Abschnitten stecken, unterteile sie nochmals.

Übrigens: Stichworte, die du gestrichen hast, solltest du aufbewahren. Sie können Inhalt eines weiteren Artikels sein. Sie sind weder überflüssig noch verloren.

Deine Aufgaben

  • Gruppiere deine Stichwörter zu einzelnen Abschnitten
  • Lege diese Abschnitte so fest, dass sie wenn möglich einen Gedanken umschreiben.

 

Lektion 6: Rohtexte verfassen

Endlich – wir kommen zum Schreiben. Die Abschnitte hast du im letzten Schritt definiert; nun geht es darum, die Texte zu diesen Abschnitten zu verfassen. Du kannst nun kurze Textstücke schreiben. Das wird dir einiges leichter fallen, als einen Text von zwei A4-Seiten aufs Papier zu bringen.

Wichtig: Es geht nicht darum, druckfertige Sätze zu produzieren. Wir trennen Schreiben und das Redigieren des Textes, weil dein Gehirn nicht beides gleichzeitig machen kann. Du schreibst erst mal «wie dir der Schnabel gewachsen ist», um den Rest kümmern wir uns später.

Im Moment gilt es, deine Stichwortliste abzuarbeiten. Die Inhalte, die du in den vorangehenden Schritten definiert hast, müssen nun pro Abschnitt «vertextet» werden. Achte darauf, dass keine Punkte vergessen gehen.

Deine Aufgaben

Verfasse die einzelnen Abschnitte als Rohtexte. Die Reihenfolge spielt im Moment noch keine Rolle.


 

Lektion 7: Die Rohtexte redigieren

Wir redigieren die Rohtexte aus der letzten Lektion – wir machen den Text «schön».

Reihenfolge der Abschnitte festlegen
Sieh dir an, in welcher Reihenfolge deine Textabschnitte am meisten Sinn machen. Es kann sein, dass Abschnitt 5 doch an die dritte Stelle gehört. Da du Abschnitte geschrieben hast, kannst du sie gut verschieben. Wenn du die Reihenfolge festgelegt hast, musst du allenfalls noch Übergänge zwischen den Abschnitten verfassen.

Text redigieren
Für diesen Teil solltest du genügend Zeit einrechnen. Die wichtigsten Themen hier heissen:

  • Strukturelemente einfügen.
  • Satzlänge optimieren.
  • Rhythmus des Textes prüfen.
  • Füllwörter, Adjektive und Fremdwörter streichen oder ersetzen.
  • Passive Formulierungen austilgen.

Wenn du dazu mehr wissen willst, kannst du deinen Text mit diesem Dokument durcharbeiten: Unsere 10 Tipps für leserfreundliche Texte.

Titel und Lead
Titel, Zwischentitel und Lead (den «Vorspann» deines Artikels) verfasst du am besten nach der Redaktion. Textelemente wie Titel und Zwischentitel bringen auf den Punkt und fassen zusammen. Das geht am besten, wenn du weisst, was in dem Text drin steht.

Deine Aufgaben

  • Bring die Abschnitte in eine sinnvolle Reihenfolge
  • Redigiere deinen Text
  • Texte Titel, Zwischentitel und Lead

 

Lektion 8: Bilder, Links und Korrektorat

Als letztes schleifen wir unseren Text fein. Wir ergänzen Bilder, setzen Links und achten auf korrekte Grammatik und Rechtschreibung.

Bilder können in einem Blogartikel zwei Aufgaben haben: Sie visualisieren einen Sachverhalt oder sie dienen rein illustrativ als Blickfang. Überlege dir, ob es passende Visuals gibt, ob es sich lohnt, ein Foto einzufügen oder eine Statistik allenfalls als Grafik dazurstellen.

Links vernetzen deinen Blog mit dem Rest des Internets und bieten deinen Leserinnen und Leser vertiefte Informationen.

Am Ende steht das Korrektorat – dafür braucht es etwas Überwindung. Es lohnt sich. Unsere Tipps dazu:
Nutze die Autokorrektur deines Textprogrammes für eine erste grobe Korrekturrunde.
Den Text von unten nach oben zu lesen ist ebenfalls eine Methode, sich die Wörter genau anzusehen.
Gönne Titel und Zwischentiteln eine zweite Korrekturrunde. Die Fehler dort sind besonders auffällig und ärgerlich.
Lass den Text einen Tag liegen und lies ihn dann durch.
Formatiere den Text um, z.B. in Spalten oder in einer anderen Schriftart, und suche dann die Fehler.
Falls du das Budget hast und die Ansprüche hoch sind: Beauftrage ein professionelles Korrektorat.

Deine Aufgaben

  • Füge Bilder ein, dort wo es Sinn macht.
  • Verlinke auf andere Blogbeiträge oder Websites.
  • Prüfe Grammatik und Rechtschreibung deines Textes

 

Wenn du damit durch bist, steht dein Text. Wir warten gespannt auf die Publikation! Herzliche Gratulation!