Influencer Relations – ein Experiment für mehr Empfehlungen

Euer Netzwerk empfiehlt gute Inhalte gerne weiter. Es lohnt sich, diese Ressource systematisch zu pflegen. Ein Experiment für Einsteiger im Thema Influencer Relations.

Dieser Artikel ist Teil der Serie Content-Marketing-Trends: Experimente für 5000 Franken

Empfehlungen von Dritten sind im Content Marketing Gold wert. Empfehlungen kann man sich heute kaufen – wir nennen das Influencer Marketing. Ihr könnt aber auch in Beziehungen investieren, die auf Grosszügigkeit und Vertrauen basieren. Diese Netzwerkpflege bezeichnen wir als Influencer Relations, so wie es Karin beschrieben hat: «Ich investiere in eine Beziehung und begünstige damit, dass meine Botschaft weitergetragen wird.»

Influencer Relations müssen systematisch aufgebaut und gepflegt werden. Hier deshalb mein Vorschlag für dich, mit Zeit und Geld im Gegenwert von 5000 Franken ein erstes Experiment zu starten. 

1. Die richtigen Leute finden

Viele Leute, die Empfehlungen fürs eigene Unternehmen aussprechen könnten, kennt ihr in der Regel schon. Das sind (aktuelle und ehemalige) Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Partner – im besten Falle also Freunde des Unternehmens. Ausserdem sind da die Menschen, die sich für unsere Themen oder unsere Produkte interessieren: Menschen, die eine Leidenschaft für unser Thema haben. Hier hilft das Internet: Wir finden diese Leute bei LinkedIn, Twitter oder in ihren Blogs.

2. Beziehungen aufbauen

Soziale Netzwerke sind zuerst einmal Abbilder der Beziehungen, die wir in der physischen Welt aufgebaut haben. Wer bereits bekannten Menschen auf Twitter oder LinkedIn nicht folgt, sollte das nachholen. Experten und Fans zu finden kann etwas aufwändiger sein. Online-Tools können hier helfen.

Die Twitter-Suche: Simpel, aber effektiv. Mit der (erweiterten) Twitter-Suche lassen sich Accounts nach Stichworten, Hashtags, Sprache und / oder Standort suchen. Zu jedem Thema findet sich auf Twitter eine in der Regel sehr engagierte Community mit Menschen. Wer den Tweetdeck-Client von Twitter oder Tools wie Hootsuite nutzt, kann die Suchanfragen für die Zukunft speichern.

BuzzSumo: BuzzSumo ist eines von vielen Tools, dass das Internet nach viel geteilten Inhalten und deren Autoren durchsucht. Die Grundversion ist kostenlos, allerdings kann es sich lohnen, für die Zeit der Recherche einen der verschiedenen Preispläne zu kaufen.

Influencer World: Abhängig vom Thema lohnt es sich, einen Blick auf die von Hand zusammengestellten Listen von Influencer World zu werfen. Basierend auf den Klout-Scores der einzelnen Personen geben die Listen einen ersten Überblick zu den Personen, die sich öfters zu einem bestimmten Thema äussern. Nicht perfekt, aber ein guter Ausgangspunkt.

Hat man sich seine Listen zusammengestellt, beginnt der erste Schritt der Beziehungsarbeit: Den Accounts folgen und wenn es Sinn macht, interagieren: Also Beiträge kommentieren, liken, mit dem eigenen Netzwerk teilen und auch mal Fragen stellen. Nicht aufdringlich werden, aber Interesse zeigen.

3. Beziehungen vertiefen

Der ideale Rahmen, um eine frisch geknüpfte Beziehung zu vertiefen, ist immer noch der Live-Event. Hier kriegen die Accounts auf Twitter und LinkedIn «ein Gesicht», die Gespräche sind vertiefter und die Beziehung gewinnen eine neue Dimension. Dafür bietet sich eine ganze Reihe von Event-Formaten an, vom Fachvortrag über den Workshop bis hin zum «Social Event» mit Bier und Wein. Wir selbst haben zum Beispiel mit den Content Production Days gute Erfahrungen gemacht. Aber auch reine «Fun-Anlässe» wie #probiereinbier haben sich bewährt. Es zählt nur eines: Den angesprochenen Kontakten muss es irgendeinen Nutzen bieten. Du solltest nicht allzu viel (oder gar nicht) über dich selbst reden. Die Grösse des Anlasses ist nicht entscheidend – wenn es die richtigen Leute sind, lohnt sich auch ein Event mit 15 Leuten.

4. Beziehungen nutzen und weiterpflegen

Wer bis jetzt alles richtig gemacht hat, wird keine Mühe haben, dass die neu gefundenen Influencer zukünftig die eigene Arbeit unterstützen – vorausgesetzt, die Qualität der Inhalte stimmt. Bei wichtigen oder grossen Kampagnen darfst du die neuen Kontakte durchaus mal direkt angehen. Influencer Relations und die Pflege des Netzwerks sind eine Daueraufgabe. Wer es ernst nimmt, profitiert nach einiger Zeit von einem dichten Geflecht an Beziehungen, dass an Orte reicht, an die man vorher nie dachte.

tl;dr

Das eigene Netzwerk hilft gerne beim Content Marketing – wenn man die Beziehungen richtig pflegt.

  • Veröffentlicht in: Web

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