Instagram für Unternehmen: Die wichtigsten Funktionen auf einen Blick

Lange hatte Facebook sein mobiles Foto-Netzwerk Instagram in Ruhe gelassen. Das hat sich inzwischen verändert. Vor allem für Unternehmen und professionelle Nutzer ist das eine gute Nachricht: Sie bekommen neue Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Wichtig bleibt aber, den Charakter von Instagram zu kennen und zu respektieren.

Jan Tissler

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von Jan Tißler, freier Tech-Journalist in San Francisco, Mit-Herausgeber UPLOAD Magazin
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Vor Jahren wurde noch über das «Social Network für Essensfotos» gewitzelt. Inzwischen aber ist Instagram bestens positioniert inmitten zweier Trends: Es ist mobil und es ist visuell. Essensfotos gibt es weiterhin, aber auch so manchen Instagrammer, der mit seinem Hobby Geld verdient, beispielsweise im Modebereich. Nun können auch Unternehmen auf einen immer besser ausgestatteten Werkzeugkasten zugreifen.

1. Unternehmensprofil anlegen

Screenshot:

Screenshot: Instagram Account von Coop

Wer ein Instagram-Profil angelegt hat, kann es in den Einstellungen in ein Unternehmensprofil umwandeln. Das hat vor allem drei Vorteile: Erstens kannst du einen Weg zur direkten Kontaktaufnahme angeben. Zweitens liefert Instagram einige Statistiken. Und drittens lassen sich Postings gegen Bezahlung stärker verbreiten – ähnlich wie bei den Facebook Pages. Von diesen drei Punkten abgesehen nutzt man Instagram wie bisher.

Aktuell sind die Vorteile eines solchen Unternehmensprofils also überschaubar. Ich gehe aber davon aus, dass Instagram hier in den kommenden Monaten kräftig ausbauen wird. Manche wichtige Funktionalität fehlt noch ganz: Etwa eine offizielle Lösung, um mehrere Benutzer ein Unternehmensprofil pflegen zu lassen. Auch kannst du Instagram nicht wie andere Netzwerke über Drittanbieter-Tools wie Buffer, Social Pilot oder HootSuite nutzen. Solche Dienste bieten derzeit höchstens eine Möglichkeit, Posts vorab anzulegen und sich dann erinnern zu lassen. Posten musst du trotzdem noch manuell.

2. Fotos und Videos posten

Die Zeiten sind vorbei, in denen Instagram nur aus quadratischen Fotos bestand. Inzwischen sind andere Formate möglich und auch die Videofunktion wurde ausgebaut. Erhalten bleiben die dezenten Filter, um Fotos und Videos aufzuhübschen.

Posts haben Platz für bis zu 2.200 Zeichen Beschreibungtstext, wobei nur die ersten drei Zeilen für die Nutzer sofort sichtbar sind. Wer Instagram mit anderen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verknüpft, kann seine Werke parallel dort veröffentlichen. Gerade für Facebook ist das sehr gut gelöst. Die Fotos und Videos genau so dargestellt werden, als hätte man sie direkt hochgeladen. Bei Twitter ist das leider nicht mehr der Fall: Vor Jahren hat sich Twitter dafür entschieden, Instagram keine Link-Vorschau mehr zu gönnen. Entsprechend unaufregend sieht ein solcher Tweet dann aus.

Eine Ortsangabe ist möglich und kann sinnvoll sein. Noch wichtiger aber sind Hashtags: Sie sind hier mindestens so zentral wie bei Twitter. Du kannst entweder eigene Hashtags für dich, dein Unternehmen, deine Events und andere Aktivitäten prägen. Oder du kannst dich an beliebten Hashtags beteiligen – vorausgesetzt, es macht Sinn. Das ist eine ganz hervorragende Möglichkeit, um sich über die eigene Followerschaft hinaus bekannt zu machen.

Weiterhin nicht möglich ist es, Posts vorauszuplanen oder einen Link zu setzen. Der einzige aktive Link findet sich auf der Profilseite.

3. Instagram Stories nutzen

Die Stories hat sich Instagram beinahe 1:1 von Snapchat abgeschaut, was man auch unumwunden zugibt. Sie sind eine Sammlung von Fotos und Videos der letzten 24 Stunden, die wie eine Diaschau automatisch abgespielt wird. Mit spielerischen Elementen wie Schrift und Fingerskizzen kann man seine Werke verschönern.

Die Instagram Stories verhalten sich wie eine App in der App. Sie sind zwar prominent ganz oben auf der Startseite platziert. Aber Fotos und Videos werden nicht mit Instagrams klassischer Kamera-Funktion hinzugefügt, sondern über eine eigene. Instagram Stories löschen sich zudem automatisch: Willst du etwas daraus deinem Profil hinzufügen, musst du das manuell tun.

Stories lassen sich gut mit herkömmlichen Instagram Postings kombinieren: Die Instagram Story dokumentiert zum Beispiel das Making of, das Fotoshooting und liefert den Kontext. Das normale Posting präsentiert das Resultat, das beste Foto oder das produzierte Video.

4. Werbung schalten

Screenshot:

Screenshot: Werbung von zalando

Einzelne Instagram Postings lassen sich direkt in Instagram bewerben. Wer grössere Kampagnen anlegen will, muss auf den Facebook Business Manager zurückgreifen. Über den Facebook Business Manager lassen sich auch Instagram Ads schalten, wenn man keinen eigenen Instagram Account hat. Allerdings vergibt man so auch Potenzial: Eine konstante Anhängerschaft lässt sich nur mit eigenem Account aufbauen.

Für die Werbung braucht man mindestens ein Foto, das den visuellen Ansprüchen der Instagram-Community genügen sollte. Es lassen sich auch mehrere Fotos einsetzen, die dann wie eine Fotogalerie funktionieren. Wer sich ganz geschickt anstellt, erzählt damit eine ganze Geschichte, die am Ende in einen Call-to-Action mündet.

Apropos Call-to-Action: Bei Werbe-Posts lässt sich ein interaktiver Call-to-Action einfügen. Man kann die Nutzer auf die eigene Website oder zu einer App führen. Das ist ja wie oben erwähnt bei normalen Postings weiterhin nicht möglich.

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Die Nutzergewohnheiten berücksichtigen

Wichtig ist es aus meiner Sicht, den Charakter von Instagram und die Erwartungen der Nutzer im Blick zu behalten: Es ist ein mobil geborenes, visuelles Social Network. Man kann hier mit guten Fotos und Videos enorm viel erreichen. Den Ansprüchen der Community sollte man aber zugleich genügen. Die Neuerungen für Unternehmen zeigen, dass das Netzwerk für den kommerziellen Einsatz noch viel Potenzial bietet. Wer mehr dazu erfahren will: Im aktuellen UPLOAD Magazin (kostenpflichtig) vertiefen wir die Themen Strategie, Best Practices und Werbung auf Instagram.

tl;dr

Instagram bietet einen immer besser ausgestatteten Werkzeugkasten für professionelle Nutzer. Damit kann man in diesem mobilen, visuellen Social Network gezielt auf sich aufmerksam machen und neue Fans und Kunden gewinnen.

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