Experiment Livestreaming: Lass dein Publikum teilhaben

Authentisch, unverfälscht, vielleicht auch etwas ausgeliefert: Live-Momente haben einen einzigartigen Reiz. Wieso auch du live streamen solltest und wie du das mit geringem Aufwand auch einfach mal ausprobieren kannst, erfährst du in diesem Blogpost.

Dieser Artikel ist Teil der Serie Content-Marketing-Trends: Experimente für 5000 Franken

Live-Übertragungen haben die Zuschauer schon immer fasziniert. Man erlebt etwas in dem Moment, in dem es passiert, ohne am selben Ort zu sein: Früher eine Art technisches Wunderwerk und heute eines der letzten Argumente, zu gewissen Gelegenheiten klassisches Fernsehen einzuschalten. Ob Sportübertragungen, durchorchestrierte Live-Produktionen, Konzerte – der Faktor «live» hat schon viele Mensche vor die Bildschirme ihrer Fernseher gezogen.

Seit die Bandbreiten des Internets es zulassen, Videos in hoher Qualität über einen Computer oder ein Smartphone zu streamen und zu empfangen, bietet sich eine Fülle neuer Möglichkeiten an. Live-Videostreams sind heute für alle zugänglich, die im Besitz eines Smartphones mit Internetzugang sind. Doch ausprobiert haben das die meisten von uns noch nicht. Das ändern wir mit unserer Reihe der Content Marketing Experimente und geben dir mit diesem Blogbeitrag die Anleitung für dein Live-Pilotprojekt. 

Dieser Artikel ist Teil der Serie Content-Marketin

 

Warum Live-Videos?

Wenn man die Statistiken von 2016 und 2017 anschaut, sieht man klar: Live-Videos sind beliebt. Bei Facebook Live Videos kommentieren die Zuschauer 10x öfter als bei normalen Videos und sie verbringen drei mal mehr Zeit, um sich Live-Videos anzuschauen als bei normalen Videos. Die Statistiken von Tubular Insights sagen sogar, dass Live-Videos 8x länger als «On-demand-Videos» geschaut werden. Zudem schauen die Teilnehmer einer Umfrage des New York Magazines lieber ein Live-Video einer Marke, als dass sie einen Blogpost lesen würden.

Na, überzeugt? Die möglichen Anwendungszwecke eines Livestreams sehr vielfältig: Oft üblich und bekannt sind Liveübertragungen von Konferenzen oder Konzerten. Doch seitdem der Zugang zu Live-Videos so niederschwellig ist, bieten sich auch andere Formen an: Live-Ankündigungen von Produkten oder Angeboten, Live-Demos von Gadgets, Frage- und Antworte-Streams mit Interaktion mit dem Publikum, Live-Interviews mit spannenden Persönlichkeiten, … die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

 

Drei Beispiele zur Inspiration

Der Klassiker: Konferenz-Livestream

Sehr beliebt und bekannt sind Livestreams von Konferenzen. Im Player oben sieht man, dass das DigitalFestival in Zürich einen professionellen Livestream produziert hat. So kann ich als Zuschauer, der kein Ticket ergattert hat, trotzdem dabei sein. Und: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in einem Folgejahr ein Ticket kaufe ist deutlich grösser, wenn ich mir bereits einen Eindruck verschaffen konnte.

 

Educational Content: Produkte-Demo / Wissen live aus dem Café vermitteln

Stellt dein Unternehmen ein Produkt her oder besitzt sie Wissen, das man interessant mit einem Livestream vermitteln könnte? Perfekt für eine Live-Demonstration des Produktes oder wie in diesem Beispiel perfekt für ein «Live-Tutorial» der Latte Art Basics. Direkt aus dem Café-Schulungsraum. Die richtige Schulung ersetzt das zwar nicht, aber die Zuschauer sehen sofort die Kompetenzen des Baristas und können live ihre Fragen zu Latte Art stellen, die ihnen schon immer auf der Zunge gebrannt haben. Die nächste Home Barista Schulung ist wohl fast schon gebucht.

 

Experten-Interviews: Live mit interessanten Personen sprechen

Das Experten-Interview ist eine einfache Möglichkeit, seine Mitarbeiter oder jemanden aus seinem Netzwerk in einem Livestream einzubinden. Selbstbeweihräucherung war nicht das Ziel dieses Blogposts, aber mit Werner haben wir am Digitaltag 2017 einige Experten interviewt und live auf Facebook übertragen. Bei uns stand die Interaktion mit den Zuschauern nicht im Vordergrund, aber das würde sich bei Interviews mit Fachpersonen ebenfalls anbieten. Und die hat wohl praktisch jedes Unternehmen.

 

Und jetzt du: Schritt für Schritt zum eigenen Live-Video

  • Dein Einsatz: 2000 CHF und 3 Tage Projektleitungs-Ressourcen
  • Unser Einsatz: Argumentarium, Inspiration und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
  1. Team identifizieren
    Wer in deinem Unternehmen ist technikaffin? Wer eignet sich dafür, im Namen des Unternehmens vor die Kamera zu stehen? Hol dir für die technische und inhaltliche Umsetzung 2-4 Leute ins Boot.
  2. Thema definieren
    Entscheide dich für ein Thema. Möchtest du einen Fachbereich diskutieren, Wissen vermitteln, eine Konferenz streamen oder möchtest du deine neuste Idee mit deinen Fans teilen? Überlege dir, welche Themen für deine Kunden oder deine Community interessant sein könnten. Wenn du noch mehr Inspiration brauchst, findest du unten im Blogpost noch mehr Beispiele.
  3. Ziel definieren
    Definiere, was du mit dem Live-Video erreichen möchtest. Messbar sind zum Beispiel die Anzahl Zuschauer, die Anzahl Wiedergaben, Anzahl Interaktionen oder die gesamte Wiedergabezeit. Du kannst auch ein nicht quantifizierbares Ziel wählen – das ist dann natürlich nicht einfach messbar.
  4. Vorgehen mit Team
    Jetzt wäre ein guter Moment, dein Team zusammenzutrommeln. Besprecht das Ziel, den Inhalt und das weitere Vorgehen. Es kommen bestimmt Ideen auf, die das Live-Video bereichern. Überlegt euch auch, wie und wo ihr den Stream im Vorfeld bewerben möchtet.
  5. Hardware wählen / kaufen
    Damit dein Experiment nicht gleich dein Budget sprengt, gibt es drei kostengünstige Möglichkeiten, deinen Livestream technisch umzusetzen:

  6. Teste dein Setup
    Mit meinen Hardware-Empfehlungen hast du dir ein Technik-Setup zusammengestellt. Bevor du es live einsetzt, solltest du es testen. Alle Streaming-Plattformen bieten dir die Möglichkeit, einen privaten Stream zu starten. Spiele ein Szenario trocken durch, teste die Bild- und Tonqualität und ob deine Internetverbindung ausreicht.
    Private Streams machst du auf Facebook, indem du mit deinem privaten Profil streamst und die Privatsphären-Einstellung auf «Nur mich» stellst. Auf Youtube kannst du einen Livestream ebenfalls auf «Privat» oder «Nicht gelistet» stellen.
  7. Informiere deine Zielgruppe
    Damit du auch Leute hast, die bei deinem Live-Video zuschauen, hast du dir in Punkt 4 überlegt, wie du den Stream bewerben möchtest. Du kannst einen Newsletter versenden, es kurz vor dem Start twittern oder auf anderen sozialen Netzwerken ankündigen.
  8. Streame live!
    Nachdem du deine Zielgruppe über den Livestream informiert hast, kommt der grosse Moment: Du gehst live!
  9. Messe und werte aus
    Nach dem Livestream ist hoffentlich vor dem Livestream. Je nachdem, was deine Ziele waren kannst du nun je nach Plattform die Statistiken in Bezug auf Wiedergabezeit, Zuschauer oder Interaktion auswerten. Bis diese Daten aufrufbar sind, dauert es je nach Anbieter gerne einmal einen Tag. Bespreche im Team, was gut funktioniert hat, wo es Probleme gab und was das Live-Erlebnis erzielt hat. Lerne aus deinen Erfahrungen und streame wieder!

Hoffentlich hat dir das Experiment Spass gemacht und vielleicht hat dich der Livestreming-Virus gepackt und du möchtest das nun regelmässig machen. Die Videos, die daraus entstehen, kannst du auch nach dem Live-Event weiterverwenden. Sowohl YouTube als auch Facebook bieten die Videos für den Urheber im Anschluss an das Streaming zum Download an. Wir haben beispielsweise die Rentnerfragt-Videos auf einer Seite übersichtlich aufgelistet und einen Zusammenschnitt der Highlights gemacht.

 

Fragen oder Anregungen?

Hinterlasse einen Kommentar und lass es mich wissen. Ich freue mich auch über die ersten Livestream-Experimente von dir.

tl;dr

  • Live-Videos erzielen eine hohe Reichweite
  • Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt dein eigenes Livestreaming einfach
  • Das Mevo-Kamerasetup kann dir beim Start helfen
  • Veröffentlicht in: Web

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