Rewe: Übers Content Marketing zur Conversion im Online-Shop

Ein Beispiel für eine gelungene Integration von Content Marketing und E-Commerce im Detailhandel: Mit der Videoreihe #HausMamsKost schlägt Rewe den Bogen vom Infotainment zur Conversion. Die Kern-Idee: Jungköche präsentieren Rezepte aus ihrer Kindheit, gemeinsam mit ihren Müttern.

Screenshot Startbild Video #HausMamsKost Folge 1

Bild: Screenshot rewe.de

Content-Konzepte rund um Food und Kochen sind gross im Internet. Logisch, dass auch der Detailhandel in diesem Themenbereich mitmischen will. Doch eine einfache Aufgabe ist das nicht – man muss sich schon was einfallen lassen, um in der Fülle der Inhalte die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen und dann auch noch ein nachhaltiges Umsetzungskonzept zu finden.

Rewe fährt auf dem Corporate YouTube Channel verschiedene Formate, eines davon ist die Mini-Serie #HausMamsKost. Folge 1: Daniel nimmt uns – durch die Linse des VJs in seiner Begleitung – mit in die Küche seiner koreanischen Mutter, um gemeinsam mit ihr Bulgogi-Fleisch zuzubereiten. Das Video dauert knapp vier Minuten: Es führt die Protagonisten ein, stellt das Gericht und seine Zubereitung grob vor und zum Schluss wird natürlich gegessen. Verweise am Ende des Videos führen direkt zum Rezept aus der jeweiligen Episode und zum Rewe Online-Shop.

Screenshot Begleittext zum Video auf dem rewe-YouTube-Channel

Bild: Screenshot YouTube-Channel rewe

Zusammenspiel von Content Marketing und E-Commerce.

Folgen wir dem Link zum Online-Shop, erleben wir ein wunderbares Beispiel für ein fast perfektes Zusammenspiel von Content Marketing und E-Commerce:

Beim Öffnen der Seite werden Standort und bevorzugte Einkaufsart abgefragt: Möchte ich den Lieferservice beanspruchen, will ich meine Waren an einer der Rewe-Abholstationen bereitgestellt erhalten oder suche ich den nächsten Rewe-Markt in der Gegend? Nach dieser Auswahl werde ich zu einer vorbereiteten Einkaufsliste weitergeleitet – über den hinterlegten Kampagnencode des YouTube-Videos ruft der Shop automatisch die für das Rezept benötigten Produkte auf und stellt sie mir zusammen.

Screenshot: Einkaufsliste generiert aus Verweis auf YouTube, rewe.de

Screenshot: rewe.de

Ganz nahtlos geht es doch nicht

Beim genauen Hinsehen fällt auf, dass beispielsweise für das Rezept aus Folge 1 nicht nur eine, sondern drei verschiedene Sojasaucen in der Angebotsliste erscheinen. Dies spiegelt nicht das komplette Sortiment dieses Artikels von Rewe, ist aber mehr, als im Rezept benötigt wird. Bei manchen Produkten ergibt das Sinn: Für das Rezept in Folge 3 zum Beispiel benötige ich Mehl – ich möchte ich mich vielleicht für ein Vollkornmehl entscheiden anstelle des weissen Standardmehls. Bei drei verschiedenen Sorten Kiwi hingegen ist es vielleicht eher umständlich, dass ich dann doch aufpassen muss, nicht aus Versehen Sachen doppelt zu bestellen.

Content plattformgerecht verteilen

Konzept und Content sind die halbe Miete, Platzierung und Distribution die andere Hälfte. Alle Folgen der Serie haben eine eigene Seite innerhalb des Aktionsbereichs auf rewe.de. Auch hier erfahren wir nochmals Hintergrundinformationen, können uns das Video anschauen und natürlich auf das Rezept zugreifen.

Weiter nutzt Rewe mit Facebook, Twitter, Instagram und Google+ eine Handvoll gängiger Plattformen, um die Serie auch über YouTube hinaus zielgruppengerecht anzuteasern. Gut zu erkennen ist, wie die Inhalte für jede Plattform unterschiedlich in entsprechendem Stil und Bildsprache aufbereitet werden.

Learnings vom Zuschauen

Drei Dinge, die mir beim Betrachten dieser Umsetzung auffallen:

  • Die Publikationsfrequenz ist für mich persönlich zu tief. Tatsächlich habe ich schon öfters auf dem Youtube-Kanal vorbeigeschaut in der Hoffnung auf ein neues Video, aber seit einem Monat gibt es nichts Neues mehr. Mir ist bewusst, dass der Aufwand nicht unerheblich ist, aber ich denke, dass bei sieben geplanten Folgen eine Vorproduktion gelohnt hätte.
  • Mir fällt positiv auf, dass alle Inhalte in Zusammenhang mit der Reihe nicht in eine Microsite ausgelagert, sondern innerhalb des eigenen Webauftritts gespielt werden. Ich bin gespannt, ob die Seiten dauerhaft verfügbar bleiben oder durch neuen Kampagnen abgelöst werden. Grundsätzlich fände ich das Bewahren des Contents empfehlenswert.
  • Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann ich sagen, dass mich diese Videoreihe zum online einkaufen verleitet hätte, würde ich im geografischen Einzugsgebiet von Rewe wohnen.

tl;dr

Eine Conversion aus Content Marketing-Gefässen ist durchaus möglich, wenn alle relevanten Informationen nur einen Klick weit entfernt sind.

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