Video und Storytelling: Folge dem Frosch!

Frosch sitzt auf einem Blatt

Videos werden aktuell als eine der am meisten versprechenden Contentformen im Web gehandelt. Sie bergen aber auch Hürden: Die lineare Erzählweise erschwert das schnelle Scannen nach Information. Durch die Tonspur konsumiert nicht jeder gerne in der Öffentlichkeit, bei jüngeren Zielgruppen sind Ladezeiten und vorgeschaltete Anzeigen ein Thema. Wie es trotzdem klappt, zeigt die NGO Rainforest Alliance.

Frosch sitzt auf einem Blatt

Bild: Danel Solabarrieta bei flickr.com

Ich gestehe: Ich gucke im Web kaum Videos an. Damit gehöre ich angeblich eher zu einer Minderheit, doch in der Vergangenheit gab es für mich noch zu wenig Videocontent, der sein Versprechen – schneller Nutzwert, relevante Information oder schlicht Unterhaltung – auch wirklich eingelöst hat. Und manchmal ist Lesen für mich persönlich einfach schneller und praktischer.

Die amerikanische Rainforest Alliance allerdings hat es kürzlich geschafft, dass ich 3 Minuten und 9 Sekunden dran geblieben bin – ohne auf den Zähler zu schauen, wie lange es wohl noch dauert. Dafür haben sie das goldene Approved-by-Videomuffel-N°1-Seepferdchen-Abzeichen verdient. Aber wie haben sie’s gemacht? 

Stell dir vor, wie es wäre, wenn…

Das Geheimnis ist die Geschichte – und vermutlich der Twist, dass genau genommen die Geschichte erzählt wird, die eben NICHT passiert, inklusive charmanten Referenzen zu allerlei Kultur- und anderem Gut, das mir als Zuschauerin nah ist. Aber seht selbst, was geschicktes Storytelling ausmacht:


Zum Vergleich: Die Rainforest Alliance hat auch ein Feature darüber produziert, warum ihre Arbeit wichtig ist und man sie unterstützen sollte – mit Illustrationen, Dreh vor Ort, Testimonials und allem Drum und Dran:


Dieses Stück ist von vergleichbarer Länge wie das erste Beispiel. Allerdings, seid ehrlich: Wart ihr nach 25 Sekunden in Gedanken noch dabei? Das Video funktioniert höchstwahrscheinlich für eine Zielgruppe mit sehr hohem, bereits vorhandenem Involvement: Leute, denen das Thema bereits in hohem Mass am Herzen liegt und die sehr engagiert bei der Sache sind.

Niederschwellige Botschaften brauchen ein grosses Publikum

Was bedeutet das? Für eine hohe Reichweite brauchen wir weniger Imagefilme und mehr Geschichten. Was im zweiten Videobeispiel erzählt wird, ist zwar alles korrekt und wichtig, und damit generiert Rainforest Alliance eine Abspielzahl von rund 16’000. Das dürften vermutlich qualifizierte Rezipienten sein, die möglicherweise in einer Verbindung mit der Organisation oder einer ähnlichen (z.B. WWF) stehen.

Mit «Follow the Frog» allerdings werden rund 5 Millionen Views erreicht und damit eine signifikante Anzahl von Menschen, die jetzt ihr Label kennen und möglicherweise darauf achten. In einer Welt, in der wir als Kommunikatoren um jede Sekunde der Aufmerksamkeit unserer Dialoggruppen kämpfen, dürfte das ein Visibilitätsfaktor sein, der durchaus zu beachten ist.

tl;dr

Wer mit Videocontent und niederschwelligen Botschaften viele Menschen erreichen will, braucht eine verdammt gute Geschichte.

 

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